03.05.2018

Digitalisierung der Bildung für eine bessere Welt

In der Diskussion über den richtigen Weg in der Digitalisierung der Bildung hat sich mir in den letzten Monaten die Frage nach der Bedeutung von Krisen oder "krisenhaftem Zustand der Welt" für diese Diskussion intensiv gestellt. Das der Zustand der Welt nicht gut ist und es einen dringenden Veränderungsbedarf gibt, diesen Eindruck teilen inzwischen viele Menschen. Das Bildung - in einem umfassenden Sinn - damit etwas zu tun hat oder zu tun haben könnte ist für die meisten Menschen auch irgendwie plausibel. Und drittens ist es inzwischen auch deutlich, dass mit der Digitalisierung der Bildung nicht nur neue didaktisch-methodische Möglichkeiten gemeint sein können, sondern dass es im Zuge dieser Veränderung auch um Definitionen, Ziele und Inhalte dessen geht, was unter Bildung verstanden werden soll.

 

Hochschul-Bildung und die "Besserung der Welt"


Supertramp - Crisis.jpg
 Crisis what Crisis?
By Source, Fair use, Link

Der Begriff der Bildung im Kontext der (deutschen) Hochschule ist fest mit der neuhumanistischen Bildungskonzeption verbunden. Daran schließt unter anderem die Frage an, ob und wie Bildung einen Anteil daran haben soll und haben kann, die menschlichen Verhältnisse insgesamt zu verbessern und zum Fortschritt der Menschheit beizutragen. Diese Auseinandersetzung zieht sich durch die letzten 200 Jahre und ist heute ebenso virulent. Beispielsweise entlang der Diskussionslinien um "Bildung" vs. "Kompetenz", wobei Kompetenz in der Regel als Gegenbild zur Bildung interpretiert wird und mit "Employabiltiy" und "Selbstoptimierung" als systemkonformen Bildungssurrogaten identifziert wird (vgl. A. Dörpinghaus in Forschung und Lehre). Aber auch die gesellschaftspolitisch neutralen bis affirmativen Haltungen, die in weiten Teilen des Wissenschaftsbetriebs herrschen, bestärken den Eindruck, dass die kritisch-gesellschaftsgestaltende Kraft in den Reihen der akademischen Elite des Landes schwach ist. Das äußert sich unter anderem im Erschrecken darüber, dass populistisch-postfaktische Positionen Mehrheiten mobilisieren können und die damit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Protestmärschen treiben. Auch in prominenten Diskussionsrunden beispielsweise anlässlich des Tags der Lehre am 16.04.2018 der Humboldt-Universität in Berlin wird das Fehlen der kritischen Einmischung aus der Universität heraus und dem Mangel visionärer Gestaltungskraft in der Universität selbst einmütig beklagt. Das kritische