27.08.2017

Hochschule und Digitalisierung: Was wird in den kommenden fünf Jahren wichtig?

"Welche Themen werden im Zuge der Digitalisierung aus Ihrer Sicht in den nächsten 5 Jahren einen großen Einfluss auf Hochschulen haben?" hatte das Hochschulforum Digitalisierung gefragt. Um diese Frage zu beantworten, musste ich für mich selber gedanklich ein wenig ausholen. Und weil ich mich gerade öfter mal an Visualisierungen versuche habe ich den Post auch mit "graphischen Elementen" angereichert.

 

Hochschulen differenzieren sich aus und existieren in einem zunehmend unsicheren Umfeld. Am wahrscheinlichsten ist daher eine "Politik der kleinen Schritte"


TEICHLER hatte 2002 fünf Bereiche benannt, in denen er Prognosemöglichkeiten für die Hochschulentwicklung ausgemacht hatte
  1. Expansion der Bildungsbeteiligung, 
  2. Differenzierung der Hochschullandschaft, 
  3. Steuerungsprobleme in der Organisation der Hochschule, 
  4. Internationalisierung des Hochschulwesens und 
  5. Komplexitätszunahme in der Hochschulorganisation. 

15 Jahre später kann man  feststellen, dass a) diese Palette der Megatrends nach wie vor gültig ist und b) neue Anforderungen hinzugekommen sind, beispielsweise
  • der Ruf nach Kulturwandel und Erneuerung der Lehre (vgl. Wissenschaftsrat 2017), 
  • die zunehmende Heterogenität der Studierendenschaft (vgl. ENQA 2015),
  • die Stärkung demokratischer und humaner Werte (vgl. Oliver Reis auf der dghd-Tagung 2017), 
  • die Bewältigung der Folgen von nationalen Abgrenzungspolitiken, Migrationsbewegungen nach Zentraleuropa und neue Gewalttätigkeit (vgl. einen Blick in Zeitungen und Nachrichten). 
  • Und natürlich die Digitalisierung, die mit neuer Dringlichkeit "von ganz oben" thematisiert wird.
Wenn ich versuche, diese Phänomene hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Hochschulen auf einen Nenner zu bringen, scheint mir die „Differenzierung“ das allgemeine Bewegungsmuster zu sein. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass auf die diversen, drängenden und stellenweise existentiellen Herausforderungen an die Hochschulen die vielen unterschiedlichen Ausgangslagen und Zielsetzungen zu verschiedenen Bewältigungsstrategien und Handlungsperspektiven führen werden. Damit eng verbunden dürfte ein Zustand sein, der sich in Zeiten beschleunigten Wandels (wann war der eigentlich mal langsam?) und im Hinblick auf komplexe, schwer steuerbare Einheiten ebenfalls eine normale Reaktion sein dürfte: Verunsicherung. Daraus dürfte eine Minderung der Risikobereitschaft folgen und im wahrscheinlichesten Fall eine Strategie der "kleinen Schritte".





Wie verbreiten sich technologische Neuerungen? Das Diffusionsmodell nach ROGERS


Um die Verbreitung technologischer Innovationen besser zu verstehen sind zwei Modelle hilfreich: Die "Diffusion von Innovationen" nach ROGERS und der "Hype-Cycle technologischer Innovationen" nach FENN (auch als "Gartner-Hype-Cycle" bekannt).

Nach ROGERs teilen sich die Akteure bei der Verbreitung technologischer Neuerungen in zwei gleiche Hälften: Die ersten 50% beinhalten die "Early Adopters" und die "Early Majority" also die "Innovator*innen" und diejenigen, die in den Neuerungen einen Nutzen für sich erkennen können, wobei sie mit einer gewissen Risikobereitschaft ausgestattet sind, die auf dem Vertrauen auf die innovativen

14.08.2017

Workshop: Perspektiven der Vernetzung von E-Portfolio-Akteuren im deutschsprachigen Raum



Workshop des German Chapter Europortfolio-Projekts: Perspektiven der Vernetzung von E-Portfolio-Akteuren im deutschsprachigen Raum im Rahmen der der Fachtagung "Bildungsräume 2017"

Datum: Dienstag, den 05.09.2017
Uhrzeit: 17:30 - 19:00 Uhr
Ort : TU Chemnitz, Str. der Nationen 62, 09111 Chemnitz

Im Dezember 2014 haben sich E-Portfolio-Anwender*innen, Forscher*innen und Interessierte im German Chapter der Europortfolio-Initiative vernetzt (#europortfolioDE). Im rund 150 Mitglieder umfassenden Netzwerk werden Fragen der Anwendung und Weiterentwicklung von E-Portfolios in Schule, Hochschule sowie Erwachsenen-/Weiterbildung diskutiert. Dank dieser kontinuierlichen Arbeit haben sich wertvolle Vernetzungen auf persönlicher und institutioneller Ebene bilden können. Wir sehen das German Chapter des Europortfolio-Projekts nach zweieinhalb Jahren kontinuierlicher Arbeit aber auch an einem Punkt, an dem wir über die weiteren Perspektiven nachdenken sollten: Einerseits hat sich die Community über den regionalen Länderkontext hin ausgeweitet, andererseits haben sich auch die Konzepte und Praktiken der Portfolio-Arbeit und angrenzender Gebiete (Open Badges, Personal Learning Environments) weiterentwickelt. Wir möchten im Rahmen der Fachtagung "Bildungsräume 2017" (http://bildungsraeume2017.de) von GMW und GI die Gelegenheit nutzen, in einem größeren Kreis von Interessierten mögliche Entwicklungsperspektiven der Vernetzung von E-Portfolio-Akteuren zu diskutieren.

Die Teilnahme am Workshop beinhaltet nicht die Teilnahme an den Fachtagungen! Den Überblick über das Gesamtprogramm findet Ihr hier.