30.03.2017

Open Science, Open Educational Resources & Open Access: Change and Challenge

In der vergangenen Woche konnte ich die Open Science Conference 2017 in Berlin besuchen, unter anderem um das Poster zu präsentieren, dass wir aus dem Kreis des GMW-Vorstands eingereicht hatten (Hier gibt es das Poster und die Kurzpräsentation). Auf der gut besuchten, gut gelaunten Konferenz (Rückblicke gibt es hier und hier) waren es zwei Begriffe, die in fast jeder Keynote, jedem Beitrag auftauchten und die für mich zu der gerade herrschenden 4.0-Hurra-Stimmung eine wichtige Ergänzung sind: Change & Challenge ist ein gutes Begriffspaar, wenn auf den Punkt gebracht werden soll, was das Prinzip der digitalen Offenheit für Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft bedeutet und bedeuten sollte.

Change Ahead

MAX System Change Ahead
Foto: Jason McHuff
Der Change bezieht sich auf den ökonomischen und kulturellen Wandel der mit der Digitalisierung einhergeht. Explosionsartige Vermehrung von Information und potentiellem Wissen, Verdatung immer weiterer Teile unserer Welt, allgegenwärtige Vernetzung und fortschreitende Automatisierung verändern natürlich auch die Grundlagen und Praktiken des wissenschaftlichen Forschungs- und Publikationssystems. Open Science, Open Data und Open Access sind Ausdruck eines sich wandelnden Wissenschaftsverständnis, das auf freiem Austausch von Information und Wissen, Transparenz der Strukturen und Interesssen sowie horizontalen Peer-Strukturen beruht.
Das sind nicht mehr nur die Träume einer kalifornischen Nerd-Kultur, Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass einer sich expansiv verstehenden Wissenschaft gar nichts anderes übrigbleiben wird, als die Gestaltung einer neuen Wissensordnung unter den Bedingungen und mit Hilfe der Werkzeuge der Digitalisierung in Angriff zu nehmen. Ein Zurück zu vordigitalen Verhältnissen ist nicht machbar, es gilt die neuen Möglichkeiten zu nutzen. Und so werden auch viele handfeste Projekte vorangetrieben um die Infrastrukturen, organisatorische Voraussetzungen und Prozesse zu schaffen, die den Austausch und die Kooperation ermöglichen, zum Beispiel das GeRDI-Projekt, dass die Vernetzung von Forschungsdatenzentren vorantreiben will. Mit der europäischen Wissenschafts-Cloud hat auch die Europäische Kommission ein politisches Zeichen gesetzt und eine technologische Zielvision formuliert. Dieser Wandel ist in vollem Gange, seine Auswirkungen auf Forschungs- und Wissenschaftsverständnis sind nach wie vor offen, sicher ist aber, dass im Ergebnis ein Wissenschafts- und Forschungssystem da sein wird, dass mit dem was wir heute kennen, nicht mehr viel zu tun haben wird.

There are no Problems...

Challenges bezieht sich auf die Möglichkeiten und Risiken, die es im Zusammenhang mit einer offenen Wissens- und Bildungskultur zu realisieren bzw. zu vermeiden gilt. Das eigentliche Risiko, so wie ich das sehe, ist hier eigentlich

21.03.2017

Studierende lieben gute Lehre mit digitalen Medien

Die Bertelsmann Stiftung hat, maßgeblich durch das mmb Institut erstellt, den zweiten Band des "Monitor digitale Bildung" mit dem Untertitel "Die Hochschulen im digitalen Zeitalter" herausgegeben

 

Die Studie basiert auf den Aussagen von über 2.759 Studierenden, 662 Lehrenden und 84 Personen aus Hochschulleitung und -verwaltung und darf damit wohl als eine der größten und fundiertesten Befragungen zum Thema in jüngster Zeit gelten.
Zur Zusammenfassung der Studie schreibt die Bertelsmann-Stifung
"Die Digitalisierung ist für die Hochschulen kein neues Thema mehr, sie sind im digitalen Zeitalter angekommen. Die bisherigen Anstrengungen haben aber auch noch nicht ausgereicht, um einen flächendeckend guten Standard in Sachen digitaler Lehre zu etablieren." 
Das klingt zunächst nicht spektakulär und deckt sich mit dem Eindruck, den z.B. die Abschlusskonferenz der ersten Runde des Hochschulforums Digitalisierung im Dezember 2016 hinterlassen hatte.

Lieben Studierende die Kreidetafel? - Keine Digital Natives in Sicht...

 

aus dem dhv-Newsletter
Die Aufmacher mit dem die Studie zur Zeit rezipiert wird klingen hingegen anders: "Studenten lieben die gute alte Tafel [...] Deutschen Studenten ist es mehrheitlich egal, ob Dozenten an der Uni digitale Medien einsetzen." schreibt FAZ.net, "Vorliebe für die

10.03.2017

Lehrdeputat für E-Learning: "Gleichwertigkeit" als Schlüssel?

Der lange Weg zur Deputatsregelung


Die so genannte Deputatsregelung für E-Learning beschäftigt mich jetzt schon eine ganze Weile (z.B. hier). Seit einigen Jahren haben wir das Thema immer wieder an der Uni Potsdam ins Gespräch gebracht, zuletzt mit einer Vorlage für eine uniweite Regelung, die wir nun in den Fakultäten erproben wollen. Im Kern geht es darum, den Lehrenden einen Rahmen dafür zu schaffen, in dem sie die Erfüllung der Lehrverpflichtung (das “Lehrdeputat”) in Form von E-Learning-Formaten leisten können. “In Form von E-Learning-Formaten” meint in diesem Zusammenhang, dass
Präsenzveranstaltungen durch geeignete E-Learning-Aktivitäten ersetzt werden können: Also z.B. jede zweite Woche findet kein Präsenztermin statt, sondern es finden online-gestützte Aktivitäten statt. In der E-Learning-Sprache wird dies Blended-Learning genannt. In vielen Bundesländern existieren solche explizit auf E-Learning bezogene Regelungen auf Landesebene. In der Veröffentlichung "The Digital Turn – Hochschulbildung im digitalen Zeitalter." des Hochschulforum Digitalisierung wird jedoch zu diesen Regelungen festgestellt (S. 29):
"Dennoch wird anhand der Regelunginstrumente 'Vergleichbarkeitsprüfung', 'Nachweispflicht', 'Höchstgrenzen', 'Befristung' sowie 'Sicherung des Gesamtlehrangebots' eine gewisse Skepsis gegenüber der digitalen Lehre deutlich. Es bleibt festzustellen, dass die bestehenden Regelungen zur Anrechenbarkeit noch nicht die breite Nutzung digitaler Lehre an deutschen Hochschulen ermöglichen."
Gleichwohl gibt es aber auch an den Hochschulen in Brandenburg eine verbreitete Praxis und Akzeptanz dafür, räumliche Ko-Präsenz teilweise durch geeignete Online-Formate zu ersetzen.

Die Anrechnung von Lehrveranstaltungen als Thema für die Hochschuldidaktik

Auf der jetzt zu Ende gegangenen Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschuldidaktik hatten wir (Bereich Lehre und Medien im ZfQ der Uni Potsdam) gemeinsam mit Heiko Witt von der Uni Hamburg und Ulf-Daniel Ehlers von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg eine so genannten Diskurswerkstatt zu diesem Thema. Auf der Grundlage der Erfahrungen aus unseren drei Hochschulen war es unser Ziel, Kernthemen und Knackpunkte für Rahmung und Umsetzung von E-Learning-Deputatsregelungen herauszuarbeiten. Das ist uns dann auch gemeinsam mit den etwa einem Dutzend