27.02.2012

Studium 2.0: Wie E-Learning den Unialltag verändert | STERN.DE

Nicht viel wirklich Neues (außer, dass es das sympathische Projekt Iversity zu verdienter medialer Aufmerksamkeit gebracht hat: Herzlichen Glückwunsch, Leute!) hat der überschwängliche Artikel "Studium 2.0: Wie E-Learning den Unialltag verändert" auf STERN.DE zu berichten. Es wird aber ein eingängiges Szenario skizziert, wie das Studium mit sozialen Netzwerken unterstützt werden könnte.
"Beschäftigt sich ein Student etwa gerade mit dem Schriftsteller Franz Kafka, dann kann er auf der Plattform nach Menschen mit demselben Studieninteresse suchen - und zwar bundesweit."
Interessant finde ich, dass auch für die breite Öffentlichkeit (bzw. den Teil davon, den die STERN.DE-LeserInnenschaft repräsentiert) die Massenvorlesung als Auslaufmodell dargestellt wird.
"Der Frontalunterricht für Hunderte von Hochschülern in einem Audimax werde sich schlicht überholt haben. Das reine Wissen eigneten sich die Hochschüler der Zukunft zu Hause alleine über Internetportale an. Die Vorteile der Wissensvermittlung liegen dabei auf der Hand: Stehen die Infos zum Abruf in einem Portal bereit, könnten Studenten immer dann lernen, wenn es ihnen zeitlich passt. Und das Tempo der Vorlesung hängt allein vom eigenen Rhythmus ab."
Wissenschaftlich ist das nicht, der Artikel kann aber sicher geeignet sein, wenn es darum geht:
  • Interessierten zu Illustrieren, welche Entwicklungen und Visionen mit der Idee des E-Learning in der Hochschule verbunden sein können,
  • ein Beispiel zu zeigen, wie E-Learning in der Hochschule offensiv aber ohne Heilsversprechen kommuniziert werden kann.
Mir wird aber an dem Artikel auch mal wieder die Krux deutlich, dass zwischen dem Versuch offensiver Kommunikation und sträficher Simplifizierung ("reines Wissen"? "immer Lernen, wenn es passt"?)
 nur ein schmaler Grat liegt.

25.02.2012

Grafik zur Reichweite der Horizont-Prognosen von Dörte Giebel

von: Dörte Giebel 2012 auf "Lernkultur 2.0"
Dörte Giebel hat in ihrem Blog "Lernkultur 2.0" eine aufschlussreiche Grafik veröffentlicht, die die Prognosen der Horizont-Reporte der vergangenen Jahre ein einer Synopse darstellt und damit wunderbaren Überblick ermöglicht. Mit ist gleich mal aufgefallen, dass die stimmigen Prognosen (natürlich) die kurzfristigen sind, was bei etwas näherer Betrachtung ja nichts überraschendes ist. Die Übersicht versteht sich als Beitrag zum kommenden Open Course #opco12 der sich auf den aktuellen Report als Leitthema bezieht und schon vor Beginn für viel Bewegung in der Community sorgt.
Frau Giebel kommentiert ihre Beschäftigung mit der Geschichte der Horizont-Prognosen unter anderem folgendermaßen
"Was mich viel mehr gereizt hätte, stelle ich gerade fest, wäre ein Open Course, der sich auch mit vergangenen Horizon reports auseinander setzt und kritisch hinterfragt, warum sich manche der Trends nicht durchgesetzt haben, warum manches, was so wünschenwert wäre (wie Open Content!), auf sich warten lässt - wo die Beharrungskräfte und Widerstände sind... Dies wäre aus meiner Sicht eine sehr fruchtbare Auseinandersetzung, um den Gesetzmäßigkeiten auf die Spur zu kommen, warum neue Technologien nicht automatisch zu neuen Lern- bzw. lehrformen führen."
Dem kann ich sehr gut folgen: Anstatt die Prognosen nur als gegebene Grundlage zu sehen, kann eine kritische Auseinandersetzung mit der Logik der Prognose und auch der Handlungslogiken derjenigen, die sich mit Trends auseinandersetzen eine fruchtbare und notwendige Erweiterung der Themensetzung bieten. Vielleicht findet sich ja eine entsprechende (Teil-)Arbeitsgruppe zusammen.