26.11.2011

Die Pädagogik hat (schon wieder) das Nachsehen: "Super Nanny" Katharina Saalfrank wirft hin

Schlimme Nachrichten erreichen uns aus Köln, SPIEGEL ONLINE berichtet:
TV Boy - José Antonio Perdomo Peñaloza - artelista.com"In einer internen Mail an RTL-Verantwortliche schreibt Saalfrank, 40, ihre erzieherischen Inhalte seien in diesem Jahr 'massiv in den Hintergrund' gedrängt worden. 'In meine Arbeit als Fachkraft in diesem Format wurde extrem...und teilweise sogar gegen pädagogische Interessen eingegriffen.' Dies sei sicher der 'Entwicklung des medialen Markts' hin zu 'gescripteter', also inszenierter, Realität geschuldet. Das komme für sie nicht mehr in Frage."
Ich für meinen Teil habe hier doch auch Neues erfahren: Die "Fachkraft", Frau Saalfrank kann ihre "pädagogischen Interessen" in einer - Huch - inszenierten Realität nicht mehr angemessen umsetzen. Verwirrend finde ich allerdings die Tatsache, dass diese Distanzierung von inszenierter Realität irgendwie, ja doch auch wieder "inszeniert" wirkt..... dass soll noch mal einer durchschauen......

14.11.2011

"Informationsverhalten zukünftiger Wissenschaftler" - Neueres zu alten Fehleinschätzungen


Daniel Spielmann hat unlängst in seinem Blog eine, durch das JISC bereits im Jahr 2008 herausgegeben Studie gewürdigt und kommentiert, die sich dem Informationsverhalten der "Google Generation" (d.h. der nach 1993 geborenen) widmet. Durchgängiger Tenor der Studie ist, dass die "Generation Internet" nicht über die Medienkompetenz und "Digital Information Literacy" verfüge, welche ihr nachgesagt werde. Das zeige sich zum Beispiel in Suchstratgien aber auch bei der Nutzung von Tags:
NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen von Extra Ketchup
"Bei der Recherche via Suchmaschine zeigt sich, dass junge Menschen nicht selten einen vollständigen Fragesatz eintippen: 'Wie viele Ausländer gibt es in München?' Konzepte wie das des Suchbegriffs sind vielen fremd und – wie ich in einem meiner letzten Workshops zum Thema Literaturverwaltung wieder festgestellt habe – gleiches gilt für Verschlagwortung (tagging) von Inhalten, auf die ja etwa das Social Bookmarking aufgebaut ist. Suchstrategien sind noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen. Damit wird ein Teil des Potenzials der Technologie verschenkt. Wer also meint, die „Google-Generation“ sei eine Generation von Suchexperten, der irrt. Digital Literacy und Information Literacy gehen nicht Hand in Hand, dazu unten mehr".
Daniels Beitrag und die Studie liefern weitere Hinweise für die Diskussion um die Frage, welche Aspekte von Medienkompetzenz und Medienpädagogik wichtig werden angesichts der ersten Kohorten, die in der Post-Gutenberg-Galaxis aufwachsen, Dass an dem Bild, welches uns z.B. Marc Prensky mit seinem Begriff der Digital Natives von der Nach-Gutenberg-Generation zeichnete, einiges nicht stimmen kann und es einige gewichtige Unterschiede zwischen "eingeborenen" und "kompetenten" NutzerInnen gibt, hatten in der Folge ja auch schon unter anderem Rolf Schulmeister und DER SPIEGEL entdeckt. 

Daran schließt sich aus meiner Sicht folgende Überlegung an:

  • Es wäre demnach nämlich nicht richtig, dass "die Alten" (also die vor 1993 geborenen ;-) den "Jungen" in Sachen Mediennutzung nichts mitzuteilen hätten. Wissen um die Zusammenhänge und

13.11.2011

Vom Verlust der Übersicht - Die Bildung aus dem Internet verändert die Weltsicht

I, Cawi2001 via Wikimedia Commons
Vor einigen Wochen schon wurde im Deutschlandfunk ein Essay von Robert Schurz zur Transformation des Bildungs- und Wissensbegriff im Internet-Zeitalter gesendet. Den Hinweis darauf hatte ich selber zugesendet bekommen und hatte an dem dichten, anregenden Beitrag wirklich Freude. Der Autor führt uns den sich umwälzenden Zusammenhang von Leitmedium und Wissensformen vor Augen und argumentiert dabei u.a. mit Foucault, Adorno, Deleuze und Guttari, Lévi-Strauss und "Frau Meier". Am Beispiel des Spezialgebiets "Rotkehlchen" macht Schurz plastisch, dass die "Internet-Bildung [...] der Siegeszug der Marktwirtschaft gegenüber dem humanistischen Bildungsideal" sei und führt weiter aus, wobei er lässigerweise "Demokratie" und "Marktwirtschfaft" gleichsetzt:
"Demokratisch ist das Internet-Wissen [...] deshalb, weil praktisch jede Minderheit zu Wort kommt, sofern sie sich an bestimmte Rechtsnormen hält. Ein Lehrbuch hingegen ist hochselektiv: Es tradiert einerseits eine bestimmte kulturelle Ordnung und führt andererseits zu einer Systematik, die einer Logik folgt, welche man die abendländische genannt hat. Gemeint ist damit der hierarchische Wissensaufbau, der vom Allgemeinen zum Besonderen fortschreitet."
 Allerdings - das machte den Beitrag für mich besonders interessant - führt diese Demokratisierung bei Schurz nicht zum Happy-End, denn mit veränderten Strukturen gehe einher, dass
"Ein seriell strukturiertes Wissen [...] die Welt letztlich ohne Zusammenhang erscheinen [lässt]. Die Frage des Faust, die holistisch gestellt ist: Was nämlich die Welt im Innersten
zusammenhält, scheint überflüssig, wenn Information über Alles und Jedes beliebig vorhanden ist. Das Bedürfnis, die Kenntnis der Welt aus wenigen Prinzipien herleiten zu können, wird verschwinden."
Die Menschen kämen damit in eine Situation, vergleichbar mit Wissens-"Bastlern", die "das vorhandene Wissen so nehmen, wie es im Netz präsentiert ist". An dieser Stelle drängten sich mir natürlich die Klagen (unter anderen) der Lehrenden an den Hochschulen ins Bewußtsein, dass die "Internet-Generation" keinen adäquaten Umgang mit wissenschaftlichem Wissen mehr beherrsche. Schurz könnte hier als Zeuge herangezogen werden, wenn die Frage zur Verhandlung stehen würde, wer und

05.11.2011

Tagungsbände GMW und DeLFI 2011 online

Für alle die noch mal nachlesen möchten: Die Tagungsbände der GMW 2011 "Wissensgemeinschaften" und der DeLFI 2011 "9. e-Learning Fachtagung Informatik der Gesellschaft für Informatik e.V." sind online verfügbar. Auch dafür noch mal Dank an die Veranstalter.
Wer neben den Texten der Vorträge auch seine visuellen Eindrücke auffrischen möchte, denen sei dass Webalbum mit vielen schönen Bildern empfohlen, aus dem ich mir auch erlaubt habe, dass nebenstehende Bild zu verlinken.