31.10.2011

Nachlese zur Veranstaltung "E-Portfolios in der Hochschulpraxis"

Am vergangenen Donnerstag fand die Veranstaltung "E-Portfolios in der Hochschulpraxis" im Rahmen der Reihe "Forum eLearning" statt, die in Kooperation von Hochschulen in Brandenburg seit nunmehr drei Jahren regelmäßig stattfindet.
Zu Gast waren Ivo van den Berk und Michael Karbacher vom ZHW Hamburg, die uns im wesentlichen von drei Szenarien der Einbindung der Portfolioarbeit berichteten, an denen sie in verschiedenen Rollen mitgewirkt haben. Die Folien zum Vortrag hat Michael Karbacher freundlicherweise "zeitnah" (also in diesem Fall "synchron") in seinem Blog zur Verfügung gestellt.
Die kurze Umfrage zu Beginn der Veranstaltung, die von ca. 30 Personen besucht wurde, bestätigte meine Einschätzung, des die Verbreitung der Portfolio-Arbeit in Brandenburg nicht bei Null steht, sich jedoch noch auf mehr oder weniger auf vereinzelte Aktivitäten beschränkt. Das Interesse an dem Einsatz, auch dass hat die Veranstaltung gezeigt, wächst aber und es gibt konkrete Ansätze zu hochschulweiten bzw. studiengangsweitem Einsatz.


Ich möchte hier den Vortrag nicht wiederholen, zumal die Veranstaltung aufgezeichnet wurde und demnächst veröffentlicht werden wird. Ich werde stattdessen versuchen, wesentliche Punkte und Gedanken zu den drei Szenarien zu formulieren und ein Resümee zu ziehen, was daraus für den Stand der "E-Portfolio-Bewegung" abgeleitet werden könnte.

I. Das Beurteilungs- und Studienbegleitungsportfolio der Faculteit der Letteren der Universität Utrecht

Dieses Projekt startete Anfang des letzten Jahrzehnts (2002) und bildet den Studienbegleitungsprozess durch Tutoren, Selbstauskünfte der Studierenden, Selbst- und Fremdeinschätzungen des Studienverlaufs und der Studienplanung ab. Es existiert noch eine Demo-Version im Netz, an der man die Idee dieses Portfoliosystems gut nachvollziehen kann. Das Führen des Portfolios war obligatorisch und wurde als

"Fachforum ePortfolio" am 11.11.2011

Die studiumdigitale veranstaltet am 11.11.2011 ein Fachforum ePortfolio an dem ich gerne teilgenommen hätte, was aber daran scheitert, dass unser Weiterbildungsdurchgang im eTEACHiNG-Projekt just an diesem Freitag startet.
"Mit dem Fachforum ePortfolio möchten die Veranstalter Interessierten Gelegenheit geben, Konzeptionen zum Einsatz elektronischer Portfolios, Erfahrungen und Beispiele vorzustellen und auszutauschen. Die Anwendungsgebiete können dabei vom Schulunterricht bis zum Studium, Ausbildung und Erwachsenenbildung reichen. Neben konzeptionellen Überlegungen laden wir vor allem Praxisprojekte ein, die den Einsatz von ePortfolios kritisch reflektiert und evaluiert haben und von ersten Erfahrungen mit den Ansätzen berichten können. Neben ausführlicheren Vorträgen zu Erfahrungen, Evaluationen und Einsatzszenarien werden Poster und HandsOn-Präsentationen an einem Rechner vorgestellt."
Das Programm ist nun online und verspricht wieder eine Reihe von Einblicken in die aktuelle E-Portfolio-Arbeit an Hochschulen. Nicht ganz gelungen scheint aber der Anspruch, den Blick gezielt über den Bereich der Hochschulen hinaus zu erweitern. Soweit ich das sehe, ist der einzige Beitrag, der sich nicht auf Hochschullehre bezieht, der Beitrag von Heike Müller-Seckin zur Anwendung des E-Portfolio in einer hochschuldidaktischen Weiterbildung. Das entspricht aber wohl auch dem Profil der aktuellen E-Portfolio-Landschaft - in den Schulen liegt der Schwerpunkt eher auf der "Portfolio-Arbeit" ohne "E", in Unternehmen und Erwachsenenbildung sind die E-Portfolio-Konzepte und Beispiele noch rar gesät.

Facebook-Nutzer: Die neue "Web Underclass"? - Weiteres zur Ökonomie des Web 2.0

Tim Schlotfeldt hat in seinem Blog auf einen Artikel im Guardian aufmerksam gemacht, in dem Adrian Short  
"sein Unbehagen gegenüber Facebook dargelegt und dabei die Kernpunkte schön zugespitzt formuliert. Nutzer kostenloser Webservices sieht er als „Web Underclass“, denn bei solchen Services ist man schlicht nicht der Kunde sondern man ist das Produkt. Facebooks Produkt sind die Userdaten, verkauft werden diese an die Werbeindustrie."
Im Original-Artikel liest sich diese Aussage so:
"When you use a free web service you're the underclass. At best you're a guest. At worst you're a beggar, couchsurfing the web and scavenging for crumbs. It's a cliché but worth repeating: if you're not paying for it, you're aren't the customer, you're the product. Your individual account is probably worth very little to the service provider, so they'll have no qualms whatsoever with tinkering with the service or even making radical changes in their interests rather than yours. If you don't like it you're welcome to leave. You may well not be able to take your content and data with you, and even if you can, all your URLs will be broken."
Ich war froh zu lesen, das diese Erkenntnis nicht nur meiner eigenen Wahrnehmung entspricht, sondern sich als Teil eines Diskurses entwickelt, in dem die Nutzung freier Webservice mit sehr viel mehr kritischer Aufmerksamkeit bedacht wird, als bisher.
Aus meiner Sicht kann die Schlussfolgerung nur lauten, dass Social Software als Teil der Angebote von Bildungsinstitutionen begriffen werden sollte, die in Eigenregie und mit den entsprechenden nicht-kommerziellen Hintergrund betrieben werden müssen, um technologische Potentiale wirklich für Bildung zu erschließen. 

18.10.2011

Forum eLearning am 27.10.2011 - "E-Portfolios in der Hochschulpraxis"

In der inzwischen sechsten Veranstaltung der Reihe "Forum eLearning", die von FH Potsdam, Universität Potsdam und (neu hinzugekommen) der TH Wildau ausgerichtet wird, geht es am 27.10. um die Praxis der E-Portfolio Arbeit an Hochschulen. Als Gäste haben wir Herrn van den Berk vom Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung (ZHW) und Herr Karbacher eingeladen, die an der Entwicklung und Implementation des E-Portfolio für die Hamburger Hochschulen mitwirken.
Termin: Donnerstag, 27.10.2011 - 15:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Fachhochschule Potsdam; Campus Pappelallee Hauptgebäude;
Kleiner Hoersaal (HG 067), Pappelallee 8-9, 14469 Potsdam
Flyer der Veranstaltung
Die Teilnahme ist kostenfrei, um eine Anmeldung per Mail wird jedoch gebeten.

17.10.2011

Digitale und analoge Medienkompetenz

Zwei Meldungen und ein Gedanke beschäftigen mich im Moment: Es geht um Medienkompetenz, digitale Schreibkompetenz und den aktuelle Aufschwung der Diskussion von "Lesestrategien" und "Lesetechniken". 

Da ist einmal die brandheiße Meldung des E-Learning-Expo-Portals, die gerade per Pressemitteilung bekannt geben, dass "Medienkompetenz der Engpass" sei. Dabei nehmen sie Bezug zum Horizont-Report 2011 und da ich mich nicht entschließen konnte, mir einen frischen Account anzulegen, um dass Themen-Special der Messe zum Thema anzuschauen, habe ich direkt in die deutsche Version des Horizon-Reports 2011 geschaut, welchen das Hamburger Multimediakontor dankenswerterweise übersetzt und verbreitet hat.
Dort ist in der Zusammenfassung auf Seite 4 zu erfahren, dass Medienkompetenz als "Schlüsselqualifikation in jeder Fachdisziplin und Profession immer mehr an Bedeutung [gewinnt]. Diese Herausforderung, die erstmals 2008 festgehalten wurde, wurde von den Beiratsmitgliedern einhellig bestätigt." Es bestehe jedoch zwar "breiter Konsens darüber [...] dass Medienkompetenz für die heutigen Studierenden lebenswichtig ist", die Kompetenzen seien aber nicht ausreichend definiert, die Angebote für Studierende kämen zu langsam in Schwung und die "Herausforderung wird dadurch verschärft, dass digitale Technologien sich schneller verändern, als die Lehrplanentwicklung Schritt halten kann."

Interessant finde ich hier, dass ausschließlich von den Studierenden als Adressaten der Medienkompetenz die Rede ist. Das mag an dem spezifischen Auftrag der Horizon-Beratungsgruppe liegen, könnte aber auch

11.10.2011

Kann man sich der Cloud anvertrauen?


Graham Attwell berichtet in seinem Blog von den Unwägbarkeiten, die einen beim Arbeiten in der Cloud ereilen können, E-Mails weg, Dokumente nicht mehr erreichbar, weil Google nicht in der Lage ist, mehrere Accountzugänge sauber zu managen - das private Backup hat dafür gesorgt, dass es für ihn nicht zum digitalen GAU wurde.
"OK – I gave in and setup the account again. Fortunately my amails were on another account. I lost my feed reader but it needed pruneing anyway. I lost access to about 200 documents although once more only about eight or ten were in current use and I had backups of the rest. Oh – and I lost access to 500 or so followers on Google plus. None of this too much of a tragedy. But it has made me think again about the cloud. If Google can screw up accounts then so can anyone else. And so whilst Cloud services can be very useful, i think I want to keep backups of my data on my computer for the moment."

Für mich ist das ein weitere Hinweis darauf, einem allzu sorglosem Umgang mit "Umsonst-Diensten" für Bildungszwecke zu bedenken. Techniken sind evtl. nicht ausgereift und einen wirklichen Support kann man nicht erwarten. Die Cloud scheint mir vorerst nur der Mobilität und Kooperation dienlich, ersetzt aber noch keine eigene Datenhaltungsanstrengungen. Von daher wäre es die konsequente Forderung, dass sich Hochschulen und Bildungseinrichtungen ein Herz und die notwendigen Ressourcen fassen und Social-Software-Dienste in Eigenregie anbieten, so wie dies schon mit der Etherpad-Software an der TU Graz geschieht und wie es z.B. die TH Wildau in Brandenburg anbietet.

01.10.2011

Die Strategie strategisch denken...

Letzte Woche hatten wir "Strategie-Tag" mit den Mitarbeiter(inne)n der AG eLEARNiNG. Schön, mal einen ganzen Tag Zeit zu haben, an der Weiterentwicklung der eignen Programmatik zu werkeln. Das ganze hatte die Form einer Zukunftswerkstatt und es kamen eine Reihe Ideen und Gedanken zusammen, die uns mit Sicherheit helfen werden, in der zukünftigen Strategiedebatte zum E-Learning an der Uni Potsdam einen Beitrag zu leisten. Aber es wurde mir auch klar, in wievielen Spannungsfeldern wir stehen, die sich zunächst nicht in eindeutige Handlungsempfehlungen oder Positionen zusammenfassen lassen, z.B.
  • E-Learning an einer Hochschule braucht ein gut erkennbares "Gesicht" und eine, für die Ratsuchenden schnell erkennbare Struktur versus E-Learning ist heute von Vielfalt und Interdisziplinarität geprägt und lässt sich vermutlich nur schwer in "eindeutigen" Strukturen abbilden. Vieles Spannendes kommt eher vom "Rand" der Community.