28.12.2011

Goodbye Delicious - Hello Diigo


Nach dem ich mich in den letzten Wochen zunehmend über Delicious geärgert habe, nun der Wechsel: Meine öffentlichen Bookmarks sind zu Diigo übergelaufen und ab sofort dort unter www.diigo.com/user/jhafer zu finden.
Was soll man groß sagen? Den letzten Ausschlag hat mir der Beitrag von Charles Arthur "Goodbye Delicious, hello Pinboard: why we'll pay for internet plumbing" im Guardian Technology Blog gegeben, der mir aus dem Herzen gesprochen hat: Es ist schön, dass ihr mir einen Dienst angeboten habt, dessen Idee und Prinzipien ihr damit wesentlich zum Durchbruch geholfen habt, ihr dürft damit natürlich machen, was ihr wollt - aber ich such mir was anderes. Die frühen Jahre sind eben immer die schönsten. Nebenher diagnostiziert Charles Arthur, dass im Zuge der ökonomischen Krise der Druck auf "Umsonstdienste" wachsen wird:
"With the economic noises off getting more and more gloomy, web services with no visible means of financial support might struggle a bit; whereas those which take money at the door at least get rapid feedback on how things are going."
Wie auch immer, jedenfalls konnte mich Delicious seit dem Verkauf von Yahoo an die YouTube-Gründer Chad Hurley und Steve Chen im April für meine Zwecke nicht mehr überzeugen. Vor allem die lange Rollout-Phase mit ständigen halbfunktionalen Neuerungen hat gehörig genervt. Etwas anderes zu finden war erst mal gar nicht leicht, da gibt es zwar die hilfreiche Seite 10 Alternatives To Delicious.com Bookmarking aber - ja eigentlich - habe ich so was gesucht wie das "Delicious von einem anderen Anbieter". So etwas ähnliches gibt es tatsächlich auch, es heißt "Scuttle" und ermöglicht es, einen eigenen Bookmarking-Dienst unter GPL auf dem eigenen Server zu betreiben. Damit komme ich wieder zu einer  meiner aktuellen Lieblingsideen, dass das Angebot an offenen Social-Software-Diensten durch Angebote der Hochschulen ergänzt werden könnte: Die würde Hochschulen gut zu Gesicht stehen, könnte Impulse in die Web 2.0-Unternehmen aussenden (Konkurrenz belebt die Qualität!) und würde es leichter machen, die Diskussionen zu führen, warum die unhinterfragte (!!!) Nutzung von kommerziellen Web 2.0-Diensten sich nicht mit akademischer E-Kompetenz verträgt.

11.12.2011

Der Wikipedia-Live-Ticker der ZEIT

Heute Morgen ist mir das erste Mal auf der ZEIT-Online Seite der Wikipedia-Live-Ticker aufgefallen. Für alle die ihn ebenfalls noch nicht kannten, unten eingebettet. Eine nette Sache, wenn man ein Gefühl dafür bekommen möchte, was in Wikipedia geschieht und wie sich der Herzschlag des "Mitmach-Web" anschaut.


26.11.2011

Die Pädagogik hat (schon wieder) das Nachsehen: "Super Nanny" Katharina Saalfrank wirft hin

Schlimme Nachrichten erreichen uns aus Köln, SPIEGEL ONLINE berichtet:
TV Boy - José Antonio Perdomo Peñaloza - artelista.com"In einer internen Mail an RTL-Verantwortliche schreibt Saalfrank, 40, ihre erzieherischen Inhalte seien in diesem Jahr 'massiv in den Hintergrund' gedrängt worden. 'In meine Arbeit als Fachkraft in diesem Format wurde extrem...und teilweise sogar gegen pädagogische Interessen eingegriffen.' Dies sei sicher der 'Entwicklung des medialen Markts' hin zu 'gescripteter', also inszenierter, Realität geschuldet. Das komme für sie nicht mehr in Frage."
Ich für meinen Teil habe hier doch auch Neues erfahren: Die "Fachkraft", Frau Saalfrank kann ihre "pädagogischen Interessen" in einer - Huch - inszenierten Realität nicht mehr angemessen umsetzen. Verwirrend finde ich allerdings die Tatsache, dass diese Distanzierung von inszenierter Realität irgendwie, ja doch auch wieder "inszeniert" wirkt..... dass soll noch mal einer durchschauen......

14.11.2011

"Informationsverhalten zukünftiger Wissenschaftler" - Neueres zu alten Fehleinschätzungen


Daniel Spielmann hat unlängst in seinem Blog eine, durch das JISC bereits im Jahr 2008 herausgegeben Studie gewürdigt und kommentiert, die sich dem Informationsverhalten der "Google Generation" (d.h. der nach 1993 geborenen) widmet. Durchgängiger Tenor der Studie ist, dass die "Generation Internet" nicht über die Medienkompetenz und "Digital Information Literacy" verfüge, welche ihr nachgesagt werde. Das zeige sich zum Beispiel in Suchstratgien aber auch bei der Nutzung von Tags:
NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen von Extra Ketchup
"Bei der Recherche via Suchmaschine zeigt sich, dass junge Menschen nicht selten einen vollständigen Fragesatz eintippen: 'Wie viele Ausländer gibt es in München?' Konzepte wie das des Suchbegriffs sind vielen fremd und – wie ich in einem meiner letzten Workshops zum Thema Literaturverwaltung wieder festgestellt habe – gleiches gilt für Verschlagwortung (tagging) von Inhalten, auf die ja etwa das Social Bookmarking aufgebaut ist. Suchstrategien sind noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen. Damit wird ein Teil des Potenzials der Technologie verschenkt. Wer also meint, die „Google-Generation“ sei eine Generation von Suchexperten, der irrt. Digital Literacy und Information Literacy gehen nicht Hand in Hand, dazu unten mehr".
Daniels Beitrag und die Studie liefern weitere Hinweise für die Diskussion um die Frage, welche Aspekte von Medienkompetzenz und Medienpädagogik wichtig werden angesichts der ersten Kohorten, die in der Post-Gutenberg-Galaxis aufwachsen, Dass an dem Bild, welches uns z.B. Marc Prensky mit seinem Begriff der Digital Natives von der Nach-Gutenberg-Generation zeichnete, einiges nicht stimmen kann und es einige gewichtige Unterschiede zwischen "eingeborenen" und "kompetenten" NutzerInnen gibt, hatten in der Folge ja auch schon unter anderem Rolf Schulmeister und DER SPIEGEL entdeckt. 

Daran schließt sich aus meiner Sicht folgende Überlegung an:

  • Es wäre demnach nämlich nicht richtig, dass "die Alten" (also die vor 1993 geborenen ;-) den "Jungen" in Sachen Mediennutzung nichts mitzuteilen hätten. Wissen um die Zusammenhänge und

13.11.2011

Vom Verlust der Übersicht - Die Bildung aus dem Internet verändert die Weltsicht

I, Cawi2001 via Wikimedia Commons
Vor einigen Wochen schon wurde im Deutschlandfunk ein Essay von Robert Schurz zur Transformation des Bildungs- und Wissensbegriff im Internet-Zeitalter gesendet. Den Hinweis darauf hatte ich selber zugesendet bekommen und hatte an dem dichten, anregenden Beitrag wirklich Freude. Der Autor führt uns den sich umwälzenden Zusammenhang von Leitmedium und Wissensformen vor Augen und argumentiert dabei u.a. mit Foucault, Adorno, Deleuze und Guttari, Lévi-Strauss und "Frau Meier". Am Beispiel des Spezialgebiets "Rotkehlchen" macht Schurz plastisch, dass die "Internet-Bildung [...] der Siegeszug der Marktwirtschaft gegenüber dem humanistischen Bildungsideal" sei und führt weiter aus, wobei er lässigerweise "Demokratie" und "Marktwirtschfaft" gleichsetzt:
"Demokratisch ist das Internet-Wissen [...] deshalb, weil praktisch jede Minderheit zu Wort kommt, sofern sie sich an bestimmte Rechtsnormen hält. Ein Lehrbuch hingegen ist hochselektiv: Es tradiert einerseits eine bestimmte kulturelle Ordnung und führt andererseits zu einer Systematik, die einer Logik folgt, welche man die abendländische genannt hat. Gemeint ist damit der hierarchische Wissensaufbau, der vom Allgemeinen zum Besonderen fortschreitet."
 Allerdings - das machte den Beitrag für mich besonders interessant - führt diese Demokratisierung bei Schurz nicht zum Happy-End, denn mit veränderten Strukturen gehe einher, dass
"Ein seriell strukturiertes Wissen [...] die Welt letztlich ohne Zusammenhang erscheinen [lässt]. Die Frage des Faust, die holistisch gestellt ist: Was nämlich die Welt im Innersten
zusammenhält, scheint überflüssig, wenn Information über Alles und Jedes beliebig vorhanden ist. Das Bedürfnis, die Kenntnis der Welt aus wenigen Prinzipien herleiten zu können, wird verschwinden."
Die Menschen kämen damit in eine Situation, vergleichbar mit Wissens-"Bastlern", die "das vorhandene Wissen so nehmen, wie es im Netz präsentiert ist". An dieser Stelle drängten sich mir natürlich die Klagen (unter anderen) der Lehrenden an den Hochschulen ins Bewußtsein, dass die "Internet-Generation" keinen adäquaten Umgang mit wissenschaftlichem Wissen mehr beherrsche. Schurz könnte hier als Zeuge herangezogen werden, wenn die Frage zur Verhandlung stehen würde, wer und

05.11.2011

Tagungsbände GMW und DeLFI 2011 online

Für alle die noch mal nachlesen möchten: Die Tagungsbände der GMW 2011 "Wissensgemeinschaften" und der DeLFI 2011 "9. e-Learning Fachtagung Informatik der Gesellschaft für Informatik e.V." sind online verfügbar. Auch dafür noch mal Dank an die Veranstalter.
Wer neben den Texten der Vorträge auch seine visuellen Eindrücke auffrischen möchte, denen sei dass Webalbum mit vielen schönen Bildern empfohlen, aus dem ich mir auch erlaubt habe, dass nebenstehende Bild zu verlinken.


31.10.2011

Nachlese zur Veranstaltung "E-Portfolios in der Hochschulpraxis"

Am vergangenen Donnerstag fand die Veranstaltung "E-Portfolios in der Hochschulpraxis" im Rahmen der Reihe "Forum eLearning" statt, die in Kooperation von Hochschulen in Brandenburg seit nunmehr drei Jahren regelmäßig stattfindet.
Zu Gast waren Ivo van den Berk und Michael Karbacher vom ZHW Hamburg, die uns im wesentlichen von drei Szenarien der Einbindung der Portfolioarbeit berichteten, an denen sie in verschiedenen Rollen mitgewirkt haben. Die Folien zum Vortrag hat Michael Karbacher freundlicherweise "zeitnah" (also in diesem Fall "synchron") in seinem Blog zur Verfügung gestellt.
Die kurze Umfrage zu Beginn der Veranstaltung, die von ca. 30 Personen besucht wurde, bestätigte meine Einschätzung, des die Verbreitung der Portfolio-Arbeit in Brandenburg nicht bei Null steht, sich jedoch noch auf mehr oder weniger auf vereinzelte Aktivitäten beschränkt. Das Interesse an dem Einsatz, auch dass hat die Veranstaltung gezeigt, wächst aber und es gibt konkrete Ansätze zu hochschulweiten bzw. studiengangsweitem Einsatz.


Ich möchte hier den Vortrag nicht wiederholen, zumal die Veranstaltung aufgezeichnet wurde und demnächst veröffentlicht werden wird. Ich werde stattdessen versuchen, wesentliche Punkte und Gedanken zu den drei Szenarien zu formulieren und ein Resümee zu ziehen, was daraus für den Stand der "E-Portfolio-Bewegung" abgeleitet werden könnte.

I. Das Beurteilungs- und Studienbegleitungsportfolio der Faculteit der Letteren der Universität Utrecht

Dieses Projekt startete Anfang des letzten Jahrzehnts (2002) und bildet den Studienbegleitungsprozess durch Tutoren, Selbstauskünfte der Studierenden, Selbst- und Fremdeinschätzungen des Studienverlaufs und der Studienplanung ab. Es existiert noch eine Demo-Version im Netz, an der man die Idee dieses Portfoliosystems gut nachvollziehen kann. Das Führen des Portfolios war obligatorisch und wurde als

"Fachforum ePortfolio" am 11.11.2011

Die studiumdigitale veranstaltet am 11.11.2011 ein Fachforum ePortfolio an dem ich gerne teilgenommen hätte, was aber daran scheitert, dass unser Weiterbildungsdurchgang im eTEACHiNG-Projekt just an diesem Freitag startet.
"Mit dem Fachforum ePortfolio möchten die Veranstalter Interessierten Gelegenheit geben, Konzeptionen zum Einsatz elektronischer Portfolios, Erfahrungen und Beispiele vorzustellen und auszutauschen. Die Anwendungsgebiete können dabei vom Schulunterricht bis zum Studium, Ausbildung und Erwachsenenbildung reichen. Neben konzeptionellen Überlegungen laden wir vor allem Praxisprojekte ein, die den Einsatz von ePortfolios kritisch reflektiert und evaluiert haben und von ersten Erfahrungen mit den Ansätzen berichten können. Neben ausführlicheren Vorträgen zu Erfahrungen, Evaluationen und Einsatzszenarien werden Poster und HandsOn-Präsentationen an einem Rechner vorgestellt."
Das Programm ist nun online und verspricht wieder eine Reihe von Einblicken in die aktuelle E-Portfolio-Arbeit an Hochschulen. Nicht ganz gelungen scheint aber der Anspruch, den Blick gezielt über den Bereich der Hochschulen hinaus zu erweitern. Soweit ich das sehe, ist der einzige Beitrag, der sich nicht auf Hochschullehre bezieht, der Beitrag von Heike Müller-Seckin zur Anwendung des E-Portfolio in einer hochschuldidaktischen Weiterbildung. Das entspricht aber wohl auch dem Profil der aktuellen E-Portfolio-Landschaft - in den Schulen liegt der Schwerpunkt eher auf der "Portfolio-Arbeit" ohne "E", in Unternehmen und Erwachsenenbildung sind die E-Portfolio-Konzepte und Beispiele noch rar gesät.

Facebook-Nutzer: Die neue "Web Underclass"? - Weiteres zur Ökonomie des Web 2.0

Tim Schlotfeldt hat in seinem Blog auf einen Artikel im Guardian aufmerksam gemacht, in dem Adrian Short  
"sein Unbehagen gegenüber Facebook dargelegt und dabei die Kernpunkte schön zugespitzt formuliert. Nutzer kostenloser Webservices sieht er als „Web Underclass“, denn bei solchen Services ist man schlicht nicht der Kunde sondern man ist das Produkt. Facebooks Produkt sind die Userdaten, verkauft werden diese an die Werbeindustrie."
Im Original-Artikel liest sich diese Aussage so:
"When you use a free web service you're the underclass. At best you're a guest. At worst you're a beggar, couchsurfing the web and scavenging for crumbs. It's a cliché but worth repeating: if you're not paying for it, you're aren't the customer, you're the product. Your individual account is probably worth very little to the service provider, so they'll have no qualms whatsoever with tinkering with the service or even making radical changes in their interests rather than yours. If you don't like it you're welcome to leave. You may well not be able to take your content and data with you, and even if you can, all your URLs will be broken."
Ich war froh zu lesen, das diese Erkenntnis nicht nur meiner eigenen Wahrnehmung entspricht, sondern sich als Teil eines Diskurses entwickelt, in dem die Nutzung freier Webservice mit sehr viel mehr kritischer Aufmerksamkeit bedacht wird, als bisher.
Aus meiner Sicht kann die Schlussfolgerung nur lauten, dass Social Software als Teil der Angebote von Bildungsinstitutionen begriffen werden sollte, die in Eigenregie und mit den entsprechenden nicht-kommerziellen Hintergrund betrieben werden müssen, um technologische Potentiale wirklich für Bildung zu erschließen. 

18.10.2011

Forum eLearning am 27.10.2011 - "E-Portfolios in der Hochschulpraxis"

In der inzwischen sechsten Veranstaltung der Reihe "Forum eLearning", die von FH Potsdam, Universität Potsdam und (neu hinzugekommen) der TH Wildau ausgerichtet wird, geht es am 27.10. um die Praxis der E-Portfolio Arbeit an Hochschulen. Als Gäste haben wir Herrn van den Berk vom Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung (ZHW) und Herr Karbacher eingeladen, die an der Entwicklung und Implementation des E-Portfolio für die Hamburger Hochschulen mitwirken.
Termin: Donnerstag, 27.10.2011 - 15:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Fachhochschule Potsdam; Campus Pappelallee Hauptgebäude;
Kleiner Hoersaal (HG 067), Pappelallee 8-9, 14469 Potsdam
Flyer der Veranstaltung
Die Teilnahme ist kostenfrei, um eine Anmeldung per Mail wird jedoch gebeten.

17.10.2011

Digitale und analoge Medienkompetenz

Zwei Meldungen und ein Gedanke beschäftigen mich im Moment: Es geht um Medienkompetenz, digitale Schreibkompetenz und den aktuelle Aufschwung der Diskussion von "Lesestrategien" und "Lesetechniken". 

Da ist einmal die brandheiße Meldung des E-Learning-Expo-Portals, die gerade per Pressemitteilung bekannt geben, dass "Medienkompetenz der Engpass" sei. Dabei nehmen sie Bezug zum Horizont-Report 2011 und da ich mich nicht entschließen konnte, mir einen frischen Account anzulegen, um dass Themen-Special der Messe zum Thema anzuschauen, habe ich direkt in die deutsche Version des Horizon-Reports 2011 geschaut, welchen das Hamburger Multimediakontor dankenswerterweise übersetzt und verbreitet hat.
Dort ist in der Zusammenfassung auf Seite 4 zu erfahren, dass Medienkompetenz als "Schlüsselqualifikation in jeder Fachdisziplin und Profession immer mehr an Bedeutung [gewinnt]. Diese Herausforderung, die erstmals 2008 festgehalten wurde, wurde von den Beiratsmitgliedern einhellig bestätigt." Es bestehe jedoch zwar "breiter Konsens darüber [...] dass Medienkompetenz für die heutigen Studierenden lebenswichtig ist", die Kompetenzen seien aber nicht ausreichend definiert, die Angebote für Studierende kämen zu langsam in Schwung und die "Herausforderung wird dadurch verschärft, dass digitale Technologien sich schneller verändern, als die Lehrplanentwicklung Schritt halten kann."

Interessant finde ich hier, dass ausschließlich von den Studierenden als Adressaten der Medienkompetenz die Rede ist. Das mag an dem spezifischen Auftrag der Horizon-Beratungsgruppe liegen, könnte aber auch

11.10.2011

Kann man sich der Cloud anvertrauen?


Graham Attwell berichtet in seinem Blog von den Unwägbarkeiten, die einen beim Arbeiten in der Cloud ereilen können, E-Mails weg, Dokumente nicht mehr erreichbar, weil Google nicht in der Lage ist, mehrere Accountzugänge sauber zu managen - das private Backup hat dafür gesorgt, dass es für ihn nicht zum digitalen GAU wurde.
"OK – I gave in and setup the account again. Fortunately my amails were on another account. I lost my feed reader but it needed pruneing anyway. I lost access to about 200 documents although once more only about eight or ten were in current use and I had backups of the rest. Oh – and I lost access to 500 or so followers on Google plus. None of this too much of a tragedy. But it has made me think again about the cloud. If Google can screw up accounts then so can anyone else. And so whilst Cloud services can be very useful, i think I want to keep backups of my data on my computer for the moment."

Für mich ist das ein weitere Hinweis darauf, einem allzu sorglosem Umgang mit "Umsonst-Diensten" für Bildungszwecke zu bedenken. Techniken sind evtl. nicht ausgereift und einen wirklichen Support kann man nicht erwarten. Die Cloud scheint mir vorerst nur der Mobilität und Kooperation dienlich, ersetzt aber noch keine eigene Datenhaltungsanstrengungen. Von daher wäre es die konsequente Forderung, dass sich Hochschulen und Bildungseinrichtungen ein Herz und die notwendigen Ressourcen fassen und Social-Software-Dienste in Eigenregie anbieten, so wie dies schon mit der Etherpad-Software an der TU Graz geschieht und wie es z.B. die TH Wildau in Brandenburg anbietet.

01.10.2011

Die Strategie strategisch denken...

Letzte Woche hatten wir "Strategie-Tag" mit den Mitarbeiter(inne)n der AG eLEARNiNG. Schön, mal einen ganzen Tag Zeit zu haben, an der Weiterentwicklung der eignen Programmatik zu werkeln. Das ganze hatte die Form einer Zukunftswerkstatt und es kamen eine Reihe Ideen und Gedanken zusammen, die uns mit Sicherheit helfen werden, in der zukünftigen Strategiedebatte zum E-Learning an der Uni Potsdam einen Beitrag zu leisten. Aber es wurde mir auch klar, in wievielen Spannungsfeldern wir stehen, die sich zunächst nicht in eindeutige Handlungsempfehlungen oder Positionen zusammenfassen lassen, z.B.
  • E-Learning an einer Hochschule braucht ein gut erkennbares "Gesicht" und eine, für die Ratsuchenden schnell erkennbare Struktur versus E-Learning ist heute von Vielfalt und Interdisziplinarität geprägt und lässt sich vermutlich nur schwer in "eindeutigen" Strukturen abbilden. Vieles Spannendes kommt eher vom "Rand" der Community.

29.09.2011

"E-Portfolio Didaktik" by Ilona Buchem

In diesem Vortrag hat Ilona Buchem vom Projekt mediencommunity 2.0 auf dem letzten Neztwerktreffen der E-Portfolio-Initiative Berlin-Brandenburg ihre Lehrveranstaltung zum Thema "Web 2.0 und Gesellschaft" vorgestellt. Ich habe einen der Organisation geschuldeten knappen, erfahrungsgesättigter Überblick zur Durchführung einer Lehrveranstaltungen mit Hilfe von E-Portfolios über, mit und im Web 2.0 bekommen. Die Vortragsfolien geben leider nur den strukturellen Teil wieder, der aber den ein oder die andere PraktikerIn interessieren könnte, daher hier:

"Im Web ist nichts umsonst" - Anmerkungen zu Web 2.0, Bildung und Medienkompetenz

Aktueller Anlass für dieses Post ist die kurze, engagierte Diskussion unter Hochschullehrenden auf dem Workshop der Hochschule für Telekommunikation Leizpig (HfTL) Ende September, die ich miterleben dürfte. Dort stand (wie des öfteren in den letzten Jahren) die Frage im Raum, wie sich die Netzwerke und Kommunikationszusammenhänge, die in Social-Software (SoSo)-Portalen (also: "Facebook") für die Unterstützung von Lehr- und Lernprozesse nutzen lassen könnten.
Die Diskussion bildete das Spannungsfeld ab, in die sich ähnlich gelagerte Diskussionen zumeist bewegen: Am einen Pol die Haltung, sich der Dienste und Prozesse, die das Web 2.0 bietet, anzunehmen und deren Potential für bildungsbezogene Zusammenhänge zu nutzen. Am anderen Pol die Position, dass den "Kraken" Google, Facebook & Co mit dem gebührenden Mißtrauen begegnet werden müsse und darauf verweisend, dass es nicht angehe, die Nutzung kommerziell und juristisch diffuser Geschäftmodelle zu unterstützen. Am Ende der Diskussion stand die Aussage "Im Netz ist nichts umsonst" im Raum. Mich hat diese Diskussion beeindruckt, weil sowohl Offenheit für das Neue wie Kritikfähigkeit desselben spürbar waren. Für mich war die Diskussion auch Anlass, meine Positionen und offenen Fragen zum Thema "Web 2.0 / Social Software in der Hochschule" zu sortieren. Das sieht dann