13.07.2017

Stellenausschreibung: Konzeption und Durchführung eines Weiterbildungsprogramms für Professorinnen und Professoren (50% bis 31.12.2020)



Kolleg*in gesucht

Im Bereich Lehre und Medien im Zentrum für Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre (ZfQ) der Universität Potsdam ist baldmöglichst eine Stelle für die Konzeption und Durchführung eines Weiterbildungsprogramms für Professorinnen und Professoren in einem BMBF-geförderten Projekt des Qualitätspakts Lehre zu besetzen. Die Stelle wird in Teilzeit mit 20 Wochenstunden (50%) befristet bis zum 31.12.2020 ausgeschrieben.
Die Ausschreibung finden Sie hier:
https://www.uni-potsdam.de/fileadmin01/projects/verwaltung/139_2017_ZfQ.pdf
Mehr über das Zentrum für Qualitätsentwicklung finden Sie hier:
http://www.uni-potsdam.de/zfq/


01.07.2017

Elektronische Prüfungen - die Zeit ist reif, die Organisation nicht?

Die Verwendung von Computern für die Abwicklung von Prüfungen findet immer mehr Verbreitung in den Hochschulen, in Veröffentlichungen und auf Tagungen ist das Thema präsent. Interessant ist das Thema aber auch deshalb, weil sich daran zeigen lässt, wie sich Digitalisierung in der Bildung entwickelt und wo sie an Grenzen des Systems stösst. 


Samstagmorgen 09:40 Uhr. Die Mitarbeiterin aus dem Zentrum für Sprachen und Schlüsselkompetenzen sagt noch einmal "Good Luck on your Test" und die "Elektronische Eignungsprüfung" im Fach Anglistik beginnt. Jetzt ist für die nächsten eineinhalb Stunden fast nur noch leises Mausklicken und Tastaturgeklapper zu hören. Im vierten Jahr führen wir jetzt an der Universität Potsam diese Form der Eignungsprüfung durch und mit jedem Jahr wurde der Prozess reibungsloser und einfacher. Heute werden zwei mal im Jahr Eignungsprüfungen mit jeweils fast 200 Teilnehmer*innen in zwei aufeinanderfolgenden Durchgängen in zwei Poolräumen des Instituts für Informatik durch.

Es ist wichtig zu zeigen, dass etwas funktioniert - auch wenn es nicht optimal ist

Das eigentliche Testsystems hatten wir dabei eigentlich relativ schnell im Griff: Ein separates Standard-Moodle als, die Konfiguration, dass dieses System nur aus dem Uni-Netz erreichbar ist, plus manuelle Steuerung, dass die Tests vor und nach der Prüfung nicht erreichbar sind haben bisher noch keine Sicherheitslücken aufgetan. Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurden die Grundkonfiguration und die ersten Durchgänge entwickelt und begleitet.

Bundesarchiv Bild 102-11344, Intelligenzprüfung schulentlassener Mädchen
Prüfung 1931 (Bundesarchiv)
Trotz stattgefundener Modernisierung ist aber beispielsweise die Vorbereitung Poolräume mit hohem Aufwand verbunden. Einerseits müssen die Pools hard- und softwareseitig aktuell gehalten werden, andererseits müssen die Mitarbeiter*innen bereits sein, diese zusätzlichen Aufgaben zu übernehmen - denn eigentlich handelt es sich hier ja nicht um Räume, die für Tests vorgesehen sind. Nervig ist daher immer noch, dass wir die Rechner vor jeder Prüfung manuell hochfahren, Betriebssystem und Browser in Gang setzen und die Startseite für die Prüfung eintippen müssen. In Zukunft soll auch dies automatisiet werden, was auch diesen Teil des Prozesses für alle vereinfachen wird. Nicht so einfach ist es aber die Zusammenarbeit von verschiedenen Einrichtungen dauerhaft zu etablieren, wozu auch gehört, das gegenseitige Verständnis für die Sicht- und Arbeitsweisen der Expert*innen zu entwickeln, zu begreifen, was zu den Standardaufgaben der jeweilig anderen gehört und was nicht. Einerseits können einem Aussagen wie "das gehört aber doch zu seinem/ihrem Job" begegnen. Andererseits sind historisch gewachsene Prozesse und Verfahrensweisen (etwa das "Anmelden zur Prüfug in letzter Minute") die im Paper-Pencil-Verfahren kein Problem darstellen mit dem entsprechenden Prozess von "Nutzer*in anlegen", "Passwort generieren" und "Ausdrucken für die Teilnehmer*in" einfach nicht so kurzfristig zu machen, wie das eintragen einer*s Teilnehmer*in in einer Liste. Auch der Vorgang, aus den Ergebnissen die Bescheinigungn zu erzeugen und per Mail zu versenden erwies sich als hartnäckig undigitalisierbar. Hier wurde zwar eine kleine smarte Software gebaut, die erwies sich aber als ziemlich pflegebedürftig und konnte erst nach einigem Hin und Her zu einem funktionierenden Workflow umgebaut werden. Knackpunkt hierbei war, dass die Lösung gegenüber kleinsten Fehleingaben intolerant war und die Beschäftigung mit Zeichensätzen, Feldformatierungen und Excelversionen nicht zu den Kernaufgaben der Verwaltungsmitarbeiter*innen gehört und das Tool ohne persönliche Betreuung unbrachbar war.

Technik und Konzepte sind nicht das Problem, das Problem ist es, die "Organisation Hochschule" in Bewegung zu bringen

Anglistikprüfung Uni Potsdam 2017 (eigene)
Anglistikprüfung
 Uni Potsdam 2017 (eigene)
Inzwischen sind alle glücklich mit der Lösung und die Eignungsprüfung hat sich zum Pilotprojekt für das Thema E-Prüfungen an der Universität Potsdam gemausert. Es hat sich gezeigt, dass wir trotz anfänglich großer Bedenken in der Lage sind mit der vorhandenen Technik und durch de Einsatz von engagierten Menschen etwas auf die Beine zu stellen dass Modellcharakter haben kann. Auch rechtliche und administrative Rahmenbedingungen lassen sich so anpassen, das E-Prüfungen rechtssicher sind und sich beispielsweise die Einsichtnahme durch Prüflinge problemlos realisieren lässt. Wir haben sehr viel gelernt in den vergangenen vier Jahren und fühlen uns nun gut gewappnet das Thema E-Assessment in größerem Maßstab anzugehen. Hätte es hier nicht einen gewissen Mut zum Risiko gegeben, wären wir heute nicht an diesem Punkt. Wir bekommen auch jede Menge gut gemeinter Ratschläge von vielen Seiten, wie wir die Prozesse weiter automatisieren, optimieren, modernisieren und effektiver machen können. Aber das Problem ist nicht, dass wir nicht wissen, was wir machen müssten, sondern das wir an die Grenzen der Organisation Hochschule stossen.

Technische Innovation ohne organisationale Erneuerung ist sinnlos

Grassierende Überlastung, implizite und explizite Normen, endlose Prüfschleifen statt Entscheidungen, eine immer noch vielerorts vorherrschende this-is-not-my-job-Haltungen, Abgrenzungs- und Wagenburg-Mentalität hinsichtlich von Einfluss- und Kompetenzbereichen, offener oder verdeckter Unwillen zur Kooperation und eine spürbare Abneigung von Verantwortlichen sich diesen Herausforderungen zu stellen: Diese Phänomene machen es so schwierig in der Hochschule sinnstiftende Innovationen umzusetzen. Beim Thema E-Prüfungen kann man daher den Lackmustest machen. In den letzten Jahren haben sich Technologie, Praxis und wachsender Erfahrungsschatz der E-Prüfungen auf die Plateau der Produktivität im Hype-Cycle zubewegt: Man muss es einfach nur noch tun, dann lassen sich die positiven Effekte verstärken und weiter entwickeln, dann lässt sich durch technologische Entwicklung der Freiraum für didaktische Innovation schaffen. Es einfach zu tun bedeutet aber auch nicht, die Entwicklung hin zur Digitalisierung als alternativlosen Megatrend zu propagieren und mit diesem Killerargument die allfälligen Widerstände und Hemmnisse die sich meist aus dem menschlichen Faktor speisen (und sich in menschlichen Organisationsweisen vergegenständlichen) plattzubügeln. Wirklich alternativlos ist es hingegen, die organisationalen Hemmnisse zu thematisieren und sich nicht auf die Inseln des Gelingens (mit einem Leuchtturm in der Mitte...) zurückzuziehen.

Wir sind ja kein Unternehmen! - von Daniel Al-Kabbani auf http://constructive-amusement.weebly.com/
Wir sind ja kein Unternehmen! - von Daniel Al-Kabbani auf constructive-amusement.weebly.com






22.06.2017

Welcome and enjoy the ruins - Athen im Sommer 2017

Welcome an enjoy the ruins - Athen 2017 - CC-BY
Ich bin diese Woche in Athen auf einem Bildungsurlaub des DGB Bildungswerk Hessen. Viele, viele Eindrücke, Treffen mit Vertreter*innen von Initativen, Projekten und Basisorganisationen. Nebenher versuche ich noch ein bischen von der Documenta 14 mitzubekommen. Bisher kann ich aber sagen, dass sich die letzten Tage absolut gelohnt haben. Man muss schon mal hier vor Ort sein und mit den Menschen sprechen (und ihnen viel zuhören) um zu verstehen, in welcher Lage sie sich durch die Politik von Troika und EU befinden. Erschreckend und sehr dazu geeignet einem die Augen zu öffnen, für den Zustand, in dem sich dieses Land nicht ohne unser Zutun befindet.

[Upate 23.06.2017] In Trümmern liegen (unvollständig, subjektiv, unsortiert)

  • Glaube an die Demokratie
  • Sozialsystem, Gesundheitssystem (erste Instandhaltungen...)
  • ab und zu eine Kreuzung in Exarchia
  • diverse Tempel
  • Vertrauen in SYRIZA
  • Zahlungsmoral der Arbeitgeber
  • Glauben an Europa
  • Lust auf Kultur
  • Abnahmepreise für Agrarprodukte
  • Arbeitsrecht und Kündigungsschutz
  • ...

27.05.2017

Darf man über Hochschuldidaktik lachen? Man muss!



Vom alltäglichen Wahnsinn von Hochschuldidaktik und Lehrentwicklung - die genialen Cartoons von Daniel Al-Kabbani

Karl Kraus hat gesagt, Humor sei "nur der Selbstvorwurf eines, der nicht wahnsinnig wurde bei dem Gedanken, mit heilem Hirn die Zeugenschaft dieser Zeitdinge bestanden zu haben." Das auch in der Hochschullehre die 'Zeugenschaft der Zeitdinge' zuweilen das geistige Wohlbefinden herausfordert ist ein (zumindest unter Hochuldidaktiker*innen) bekanntes Berufsrisiko. Humor ist hier neben einer Folgewirkung aber auch eine gute Prophylaxe gegen vorzeitigen Burnout. Dabei hervorragend helfen können die informierten Cartoons von Daniel Al-Kabbani, der uns damit ein völlig neues Feld der hochschuldidaktischen Reflexionsmöglichkeiten aufschließt. Unbedingt anschauen!


20.05.2017

Wettbewerb versus Spielwiese - wie sieht der Weg zu einer neuen Lehre aus?

Die Frage, wie die beste Strategie auf dem Weg zur “Bildung 4.0” aussehen kann, beschäftigt Hochschulen, Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen im E-Learning. Zwischen wettbewerblichen Modellen und Ansätzen, die sich einer pädagogischen Erneuerung verpflichtet sehen und das kreativ-offene Moment in der E-Learning-Entwicklung betonen, tut sich zunehmend eine Lücke auf. Die Frage ist, ob genügend Menschen da sind, die diese Lücke wieder schließen wollen und ob das noch geht.

Bildung 4.0 und E-Learning (in der Hochschule) am Ende der Utopie?

Die ca. 20jährige Geschichte des E-Learning in den Hochschulen in Deutschland ist geprägt von dem Impuls zu einer Erneuerung - wenigstens einer deutlichen Weiterentwicklung - der Lehre, hin zu besseren, effektiveren und wirksameren Lehr-/Lernarrangements. Es war und ist beinahe ausnahmslos eine selbstverständliche Grundannahme in Forschungen, Projekten und Texten zum E-Learning, dass die Anwendung einer Technologie kein Selbstzweck sein könne und immer zunächst die Sinnfrage zu beantworten sei, ob E-Learning zu einer “Verbesserung der Lehre” beiträgt. Die Qualität der Lehre ist daher auch der, wenn auch in sich selbst schwierige, Maßstab an dem sich E-Learning-Aktivitäten und -Interventionen messen lassen mussten und auch messen lassen wollten. Die Forschung zum Thema widmet sich im Großen und Ganzen ebenfalls diesem Ziel, wenn auch in vielfache Teil- und Nebenfragen differenziert. Ich würde behaupten, dass es diese feste Verbindung von Technologie und Lehrqualität war, die dem E-Learning auch seine Faszination, seine spezifische Forschungs- und Veröffentlichungskultur verdankt. Die “E-Learner*innen” waren und sind eben auch eine Community in der sich eine pädagogische Erneuerungsbewegung mit einer philantropisch gesinnten, nonkonformistischen Technologiebewegung verbunden hat. Diese feste Verbindung scheint in den letzten Jahren jedoch zunehmend Risse bekommen zu haben. Risse die Heute, wo die “Digitalisierung der Lehre” in die Agenda der Bildungspolitik und Hochschulleitungen aufgestiegen ist, sichtbarer, breiter und tiefer zu werden drohen. Dieser Riss trennt die Digitalisierungsdebatte zunehmend von dem Diskurs um eine didaktisch-methodische Erneuerung.
Ein Grund für diese Verschiebung mag sein, dass der Begriff “Digitalisierung” ggf. als “Bildung 4.0” inzwischen zum Mainstream der Bildungspolitik gehört, der so weitgehend geteilt wird, dass er keine Differenzierungsfunktion mehr aufweist, etwa so, wie jede*r Politiker*in “Mehr Investitionen in die Bildung” fordern darf, ohne Gefahr laufen zu müssen, dass Wähler*innen ihn ernst oder beim Wort nähmen.

Modernisieren oder Profilieren - Wahlmöglichkeiten im Rahmen der Wettbewerbslogik?

Ein aktuelles Beispiel für diese Rissbildung ist aus einem aktuellen Beitrag von Michael Kerres und Babara Getto in der Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZFHE) entstanden. Ursache dafür ist meiner Meinung nach eine gewollte (?) Engführung des Strategiebegriffs. Das mag dem Willen geschuldet sein, sich von schwammigen Zielsetzung “der” Digitalisierung zu distanzieren, verwirrend ist es jedoch allemal. Für Kerres/Getto entscheidet sich die Zielsetzung der Digitalisierung in der Lehre (zur Differenzierung von Digitalsierungsebenen siehe hier) an der Frage, ob eine “Modernisierung” oder eine “Profilierung” angestrebt ist. “Modernisierung” beziehe sich auf eine allgemeine Technologisierung (“Digitalisierung”) der Lehre, Bezugspunkt sei ein institutionelles Verständnis von Hochschulen. “Profilierung” hingegen beziehe sich auf die Entwicklung einer nach Möglichkeit einzigartigen Marktposition und folge einem eher organisationalen Verständnis der Hochschule.
Das Thema “Qualität der Lehre” erscheint hier nur am Rande, nämlich dann, wenn ein Lehrender, eine Hochschule sich mit genau diesem Merkmal einen Wettbewerbsvorteil verschaffen will:
"Sehen sie Digitalisierung als einen 'allgemeinen Trend der Modernisierung', werden sie sich anders verhalten als wenn sie Digitalisierung als Chance sehen, sich zu profilieren. [...]  Im zweiten Fall wird man stärker nach Lösungen suchen, wie man die Medien nutzen kann, um fachliche Inhalten didaktisch noch besser aufzubereiten. Das kann Aufmerksamkeit verschaffen sowohl innerhalb der Fach-Community oder der eigenen Universität, als Nachweis eines innovativen Engagements in der Lehre." (KERRES/GETTO 2017, S.129)
Gegenüber der traditionellen Argumentation verschiebt sich hier die Rolle der pädagogischen, methodisch-didaktischen Innovation im Hinblick auf das Ziel-Mittel-Verhältnis: Die Bewältigung einer pädagogischen Herausforderung ist nicht mehr das Ziel des Einsatzes von E-Learning, sondern sie ist selber ein Mittel zum Zwecke der Profilierung im Wettbewerb.  Die Nicht-Teilnahme an dieser wettbewerblich orientierten Ausrichtung, also die “Modernisierung” hat - so KERRES & GETTO - keine strategische Relevanz. Demnach findet keine strategische Aktivität außerhalb der Profilbildung statt - dahinter kann man wohl mindestens ein dickes Fragezeichen setzen. Henry Mintzberg bietet Beispielsweise einen deutlich weiteren Strategiebegriff an:
“Strategien können sich bilden, ohne dass sie formuliert werden; sie sind eher das Ergebnis eines informellen Lernprozesses als eines formellen Planungsprozesses.” (Mintzberg, H. 2010. Managen. Offenbach: GABAL. Seite 212).

Spielwiesen im Wettbewerb?

Die allzu eng anmutende Auffassung, was strategisches Vorgehen bedeutet ist auch Gabi Reinmann aufgestossen. In ihrem Blogbeitrag fragt sie
"Ist inzwischen gänzlich unvorstellbar, dass Lehrende sich auch aus reiner Begeisterung für die Lehre in ihrem Fach (und damit eben auch für ihre Disziplin) engagieren und deswegen mit digitalen Medien arbeiten? Was ist mit dem Bedürfnis, Forschung und Lehre zu verbinden? Ist also nur mehr Profilierung ein Motiv?"
Mal abgesehen davon, dass ich Frau Reinmann aus eigener Erfahrung Recht darin gebe, dass Lehrende, die sich für und in ihre(r) Lehre engagieren in der Regel diejenigen sind, denen es gerade nicht um ihre Wettbewerbsposition im akademischen Markt geht, ist es aber doch vor allem die Frage nach dem Verhältnis von Aufwand und Nutzen, die viele Lehrende davon abhält Lehr-Innovationen zu betreiben. Dieser Nutzen kann (oder auch sollte) im Idealfall darin bestehen, eine bessere Lehre zu machen. Aus meiner Sicht steht das dem/der akademischen Beschäftigten nicht nur gut zu Gesicht, sondern es stellt einen (vernachlässigten) Teil der akademischen Profession dar. Gabi Reinmann geht es aber um mehr als "nur" eine zu kurz gegriffene Begründung für das Engagement von Lehrenden, nämlich um die Wirkungen die eine Wettbewerbsorientierung auf den Gesamtzusammenhang haben kann:
"Die Konflikte sehe ich eher woanders: Wo es früher noch 'Spielwiesen' gab für kreatives Ausprobieren, werden heute schneller Vorgaben gemacht, Einschränkungen oder direkte Ge- und Verbote, und mitunter genau weil es inzwischen eine Digitalisierungsstrategie gibt." 
Dann würde die Situation entstehen, dass die Idee, Lehre zu verbessern und zu erneuern das Opfer einer Profilierungsstrategie wird und es stellt sich damit die Frage, was der Sinn jeglicher Gestaltungsanstrengungen noch sein soll, wenn es nicht mehr darum geht, die Lehre neu und besser zu gestalten. Das würde bedeuten das "Digitalisierung" und die didaktische Innovation weiter auseinanderdriften und es ist Wasser auf den Mühlen der Digitalisierungskritiker*innen.